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Bewerber A!B!C 26. Karriereplanung

Am besten planen Sie Ihre Karriere, wenn Sie einen ‚optimalen‘ Lebenslauf habe wollen. Machen Sie sich klar, wer Sie sind, was Ihre Stärken und Ihre Schwächen sind und was Sie erreichen wollen.

Es reicht vollkommen aus, das Ganze zunächst zu Papier zu bringen. Tools wie Mindmapping oder SWOT können dabei durchaus behilflich sein. Softwaretools kosten zu viel Kreativität und Zeit am Anfang. Später können sie durchaus hilfreich sein, wenn es um die Verfeinerung Ihrer Pläne bzw. der Steuerung derselben geht.

Was ist denn überhaupt Karriere? Es können doch nicht alle ‚Häuptling‘ werden. Richtig, es gibt in zunehmend flachen Hierarchien immer weniger Führungspositionen. Allerdings können Sie auch als Senior-Experte auf Fachkraftebene Ihren Weg gehen.

Als Berufseinsteiger sollten Sie sich während der Ausbildung und des Studiums klar werden, was Sie gerne machen möchten und Ihre Vorstellungen idealerweise durch Praktika und Ferienjobs austesten. Nicht jeder ist für den Konzern geeignet. Ebenso wenig sind alle im Mittelstand oder als Selbständige glücklich. Es gibt hier kein „gut“ oder „schlecht“, es gibt nur „passt zu mir“ oder „passt nicht zu mir“.

Wenn Sie das nicht klar ausformulieren können, achten Sie auf Ihr Bauchgefühl. Wo fühle ich mich wohl, wo nicht, was macht mir Spaß, wo finde ich meine Bestätigung. Aber, nicht jedes Unwohlsein, gerade bei neuen Dingen, ist direkt eine Schwäche. Sie müssen sich schon eine gewisse Zeit mit etwas beschäftigen, bevor Sie urteilen können.

Es gibt nicht DEN Karriereweg und daher auch nicht DEN Karriereplan dazu. Es gibt allerdings Ihren Weg. Sie werden ihn gehen, ob mit oder ohne Planung. Und wenn Sie noch so gut planen, wird es nicht vorhersehbare Stolperfallen von außen (Wirtschaftslage, Auftragslage des Unternehmens) und innen (private Situation, Familie, Gesundheit) geben, die Ihre Planung stören können.

Sie können nichts dafür, was um Sie herum geschieht. Sie können lediglich steuern, wie Sie darauf reagieren. Versuchen Sie auch bei größeren Störungen, möglichst an Ihrem Plan festzuhalten und geben Sie nicht zu schnell auf. Scheitern ist der einzige Weg zum Erfolg. Wer nicht scheitern möchte, sollte nicht losgehen. Hier kann man jetzt viele lange und kurze Motivationsseminare oder Sätze einbauen.

Kern ist immer die Aussage, dass der Misserfolg die Grundlage für Ihre Erfahrung ist, aus dem sich später der Erfolg aufbauen wird, wenn Sie an sich glauben und weiter machen.

Machen Sie einmal im Jahr ein Feedbackgespräch mit sich hinsichtlich Ihrer Planung. Wo komme ich her, wo will ich hin, wo bin ich jetzt, was waren die Störungen, belass ich den Plan oder ändere ich etwas daran.

Heben Sie diese ‚Feedbackgespräche‘ mit sich in schriftlicher Form als Dokumentation auf und lesen Sie nach, wie es vor 3, 5 oder Jahren war, als Sie losmarschierten.

Es wird Sie und Ihren Lebensweg bereichern!

Natürlich ist es sinnvoll einen Coach, Personalberater oder einen Vertrauten‘ zu haben, der das Ganze mit Ihnen durchsprechen kann. Coaches, Berater und Trainer können Kosten verursachen. Freunde, die immer nur ‚ja‘ sagen, werden Ihnen auch nicht immer weiterhelfen. Familienangehörige oder andere Ihnen nahestehender Personen, lassen oft die erforderliche Objektivität vermissen.

Im VDI (Verein Deutscher Ingenieure) e.V. gibt es beispielsweise eine für Mitglieder kostenfreie Karriereberatung. Es gibt Messen und Veranstaltung, wo Sie unverbindlich Kontakt aufnehmen können. Vorsicht vor denen, die Ihnen direkt ein XY-Seminar verkaufen wollen!

Eine gute Möglichkeit, insbesondere, wenn Sie Führungskraft werden wollen, ist die aktive Übernahme von Verantwortung im Ehrenamt. Zeigen Sie Engagement und lernen Sie andere Menschen zu motivieren (führen). Nebenbei lernen Sie sich selbst gut kennen und bauen dabei wertvolle Netzwerke auf.

Noch Fragen zu Ihrer Karriereplanung? Bitte melden Sie sich bei mir. Weitere Fragen beantworte ich gerne auf Zuschrift und nehme diese gegebenenfalls auch anonymisiert hier auf. Ihre Fragen können Sie mir per Email an christof.wirtz@abc.jetzt zu senden. Alle Daten werden vertraulich behandelt. Bis nächste Woche, wenn es um die Kündigung geht. Es gab einige Zuschriften, die darum gebeten haben das Thema Kündigung intensiver darzustellen.

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Bewerber A!B!C 25. Das Ehrenamt in der Bewerbung

Gelegentlich werde ich gefragt, wie wichtig ehrenamtliches Engagement für eine Bewerbung ist. Häufiger entdecke ich im Gespräch, dass die Bewerber (insbesondere Absolventen) sich durchaus ehrenamtlich engagiert haben, dieses aber für unwichtig für ihre Bewerbung halten.

Warum soll dieser Punkt wichtig sein?

Sobald junge Menschen neben Schule, Ausbildung, Studium und später im Beruf sich für andere Ziele engagieren, zeigen sie, dass sie zum einen genügend Energie für weitere Aktivitäten haben und sich zum anderen für das Wohl einer Gemeinschaft einsetzen.

Das können sozial ausgerichtete Vereine sein, Parteien, schulische oder studentische Gremien. Aus eigener Erfahrung kann ich da z.B. die Freiwillige Feuerwehr, Pfadfinder, Wirtschaftsjunioren, AIESEC, VDI oder auch den Handelsrichter nennen. In der Schule sind es Klassensprecher, Kassenwart, Stufen- und Schulsprecher, im Studium kann es die ASTA oder das Amt des Tutors sein.

Insbesondere, wenn Sie dort nicht nur Mitglied sind, sondern darüber hinaus ein Führungsamt als Projektleiter, Arbeitskreisleiter oder Vorstand inne haben, sammeln Sie dadurch erste Führungserfahrungen, die im späteren Berufsleben für eine Leitungsfunktion sehr wichtig sein können.

Menschen, die lernen, im Ehrenamt durch Motivation andere Menschen zu führen, Ideen zu sammeln, Projekte gestalten und andere dazu zu bewegen, ein gemeinsames Ziel zu erreichen, haben das beste Rüstzeug, dies später im Beruf erfolgreich umzusetzen.

Zudem lernen Sie im Ehrenamt sich selber, speziell Ihr Fremdbild, kennen. Wie wirke ich auf andere, wo sind meine Stärken, wo meine Schwächen.

Menschen, die sich im Ehrenamt engagiert haben, bringen meist eine vielschichtige Sicht auf neue Probleme mit. Ehrenamtliche Gruppen sind meistens bunter durchmischt, was die verschiedenen ‚Typen‘ angeht. Die Kreativen müssen sich hier mit den Technikern, Analytikern und Dominanten auseinandersetzen und die unterschiedlichsten Charaktere müssen sich zusammen entwickeln, wenn Projekte gelingen sollen.

Tolle Ideen zerplatzen zu Seifenblasen, wenn es Ihnen nicht gelingt, die anderen ‚Typen‘ mit ins Boot zu holen. Das schärft die Sinne und bereichert Ihre Erfahrung.

Ein weiterer Vorteil ist der Aufbau eines überregionalen, manchmal auch internationalen Netzwerks zu Menschen, die ähnlich ‚ticken‘.

Ein wahrer Icebreaker für nahezu jede Gesprächssituation kann es sein, wenn Ihr Gegenüber feststellt, dass Sie in gleicher oder ähnlicher Position/Organisation tätig waren.

Als klarer Nachteil ist die Zeit anzusehen, die Sie für ein solches Ehrenamt aufbringen. Je älter Sie werden, je mehr Verpflichtungen hinzukommen, desto schwieriger ist es, die dafür notwendige Zeit zu finden.

Oder sind es nur die Prioritäten?

Mir hat mal jemand eine Bank empfohlen, die mir jeden Tag 86.400 Währungseinheiten (WE) zur Verfügung stellt. Egal wo auf der Welt. Jeden Tag neue 86.400 WE. Einziger Haken, ich kann nicht mehr als 86.400 WE ausgeben und keine einzige auf den nächsten Tag übertragen. Sparbücher und Kredite sind ausgeschlossen.

Ist das nicht eine wundervolle Bank?

Und es gibt sie tatsächlich, wir alle können sie gebührenfrei nutzen.

Jeden Tag haben Sie ab 0:00 Uhr 86.400 s Zeit. Sie können alles tun und lassen, was Sie wollen. Sie setzen dafür die Prioritäten.

Von Führungskräften wird nahezu immer erwartet, dass sie mehr tun als andere und dass sie Prioritäten setzen können. Alles das können Sie im Ehrenamt vorab schon unter Beweis stellen.

Die Ausübung eines Ehrenamtes sollte allerdings nie dem Zweck dienen, nur einen besseren Lebenslauf zu haben. Die jeweilige Tätigkeit muss im Vordergrund stehen. Sie muss Spaß machen und Sie sollten mit Herz und Engagement dabei sein.

Noch Fragen zum Ehrenamt in der Bewerbung? Bitte melden Sie sich bei mir. Weitere Fragen beantworte ich gerne auf Zuschrift und nehme diese gegebenenfalls auch anonymisiert hier auf. Ihre Fragen können Sie mir per Email an christof.wirtz@abc.jetzt zu senden. Alle Daten werden vertraulich behandelt. Bis nächste Woche, wenn es um die Karriereplanung geht.

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Leserfrage 7: „Welche Fehler machen Führungskräfte im Bewerbungsgespräch?“

Ein Netzwerkkontakt fragt: „Welche Fehler machen Führungskräfte im Bewerbungsgespräch?“

Ich möchte den Begriff Bewerbungsgespräch auf Bewerbungsprozess ausweiten. Einige Fehler werden schon vor dem Bewerbungsgespräch gemacht, die ich häufig sogar bei angehenden und gestandenen Führungskräften erlebe. – Die Wertschätzung aller am Bewerbungsprozess Beteiligter lässt zu wünschen übrig.

Es gibt MitarbeiterInnen am Empfang, im Sekretariat, an der Pforte oder sonst wo im Unternehmen, die keinesfalls vor der Einstellung bereits die neuen Untergebenen sind. Nicht selten habe ich es erlebt, dass sich die Bewerber gegenüber anderen Mitarbeitern fordernd oder sogar unhöflich verhalten.

Aus meinen Gesprächen mit Personalleitern und Geschäftsführern sowie aus eigenen Einstellungssituationen weiß ich, dass die Sekretärin, der Empfang oder andere gefragt werden, wie sich denn der ‚Neue‘ so verhalten hat.

Wenn BewerberInnen an dieser Stelle nicht die Tageszeit oder Umgangsfloskeln beherrschen oder gar am Telefon laut werden, ist das ein klares ‚Aus‘ für den weiteren Bewerbungsprozess.

Im Gespräch selbst stelle ich bei einigen ‚Führungskräften‘ fest, dass sie ihr Gegenüber nicht ernst nehmen oder meinen, in der besseren Position zu sein. Sowohl gegenüber dem Berater (mir) als auch im Unternehmen, dessen Führungsposition neu zu besetzen ist, lassen sie es am nötigen Fingerspitzengefühl fehlen.

Es ist ja auch schwierig: auf der einen Seite sind sie im Unternehmen noch nicht Führungskraft, sollen aber auf der anderen Seite schon Führungsqualitäten zeigen. Auf jeden Fall wird dies nicht durch dominantes oder gar arrogantes Gehabe erreicht.

Manche Bewerber bereiten sich außerdem nicht genügend auf die Gespräche vor. Eigener Glanz reicht nicht aus. Wer sich nicht durch gezielte Informationsbeschaffung vor dem Gespräch vorbereitet hat und sich nicht darstellen kann, hat das Nachsehen.

Ungeduld, Unwirrschheit oder sogar verbales Nachtreten nach einer Absage haben schon dazu geführt, dass aus der Silbermedaille Blech wurde. Springt der Wunschkandidat doch noch ab, haben die Bewerber somit eine Chance verpasst.

Oft höre ich vom Bewerber, dass es ein tolles Gespräch war. Die Stimmung gut, er habe viel von sich erzählt und man wolle sich bei ihm melden. Die Rückmeldung vom Unternehmen fällt deutlich schlechter aus. „Der hat nur von sich erzählt, gar nichts zu uns oder der Stelle gefragt“ – höre ich dann.

Gelegentlich gibt es auch Führungskräfte, die ihren Lebenslauf nicht richtig präsentieren können, Fehler nicht eingestehen können und teilweise meinen, Sie haben es nicht nötig, Fragen nach den Wechselmotivationen zu beantworten.

Alles vermeidbare Fehler.

Wie waren Ihre Erlebnisse? Welche Fragen haben Sie?

Ich freue mich auf Ihr Feedback und die Fragen der anderen Leser auf https://business.facebook.com/abcroesrath mit Tipps und Tricks zum Thema Bewerbung und Karriere sowie Ihren Fragen und meinen Antworten.

 

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Bewerbung auf Englisch -falsche Freunde, Tipps & Tricks

Ein falscher Freund im Vorstellungsgespräch ist einer zu viel.

Gastbeitrag von Harald Schneider https://www.xing.com/profile/Harald_Schneider

 Einige „false friends“ (falsche Freunde) kennt jeder. Verlockend, naheliegende englische Wörter und Ausdrücke zu nutzen, die deutschen Wörtern sehr ähneln. Wörter, die aber leider etwas völlig anderes bedeuten.

Bewerber/innen haben in einem Vorstellungsgespräch wenig Zeit, sich als die oder der geeignete neue Mitarbeiter/in zu präsentieren. Dort, im englischsprachigen Teil, ist es daher nachvollziehbar wenig zielführend aus dem Füllhorn möglicher false friends die eine oder andere Variante spontan aus dem Hut zu zaubern. Ergebnis: Punktabzug bis hin zum Status „ungeeignet“. Trotz Qualifikation.

Please sign on the backside

Die Aussage: „Bitte unterschreiben Sie auf der Rückseite“ wird von vielen Mitarbeitern – auch 2016 -gerne mit  „Please sign on the backside“ übersetzt. Selbst wenn Mitarbeiter wissen, dass dies „Bitte unterschreiben Sie auf dem Po“ heißt, rutscht es den Untrainierten intuitiv heraus. Verlockend, hinterhältig, nicht rückholbar.

Zu spät, selbst wenn sich der Verstand einige Sekundenbruchteile danach günstigstenfalls daran erinnert. Mitarbeiter/innen, die kein Bewusstsein dafür haben, arbeiten als Unternehmens-Repräsentanten auf sprachlicher Ebene Image-Kampagnen des Arbeitgebers unbewusst aber erfolgreich entgegen.

Wie soll es einem Personalleiter gelingen, sich den Bewerber positiv in einem auf Englisch geführten Meeting, einer Telefon- oder Videokonferenz sowie im persönlichen Gespräch mit Partnern, Kunden oder der Geschäftsleitung vorzustellen, wenn dieser zwischendurch false friends einstreut?

Qualifizierung, Stärken und Erfahrung verpuffen, wenn sprachliche Missgeschicke das sonst so souveräne Auftreten überdecken. Möchten sich Personal- und Abteilungsleiter oder das Management später peinliche Situationen ersparen, wählen sie lieber den englischsprachlich gewandteren Bewerber. Dieser ist so trainiert, dass false friends bei ihm keine Chance haben.

Bewerber, die einmal die Perspektive wechseln, die sich in einen Personalverantwortlichen hineinversetzen, erkennen schnell die Bedeutung und den Handlungsbedarf bei sich selbst.

Falsche Freunde und die Folgen

Bedeutender als die durch false friends entstehenden Missverständnisse sind die Folgen, die aus diesen sprachlichen Unachtsamkeiten und aus Unwissenheit entstehen.

Sollen Berufstätige sprachliche Fehler dieser Art noch als lustiges Versehen einstufen? False friends zu kennen, ist zu wenig. Wenn das Training fehlt, welches theoretisches Wissen erst in vorzeigbares, intuitives Sprechen verwandelt. Mitarbeiter/innen wissen heute sehr viel. Aber können sie das was sie wissen?

Anspruchsvolle Gesprächsthemen wie in einem Vorstellungsgespräch, belasten bis überlasten das Gehirn des Bewerbers. Er konzentriert sich in Stresssituationen in denen sein Gehirn, je nach Konstitution, eine Art Notprogramm fährt, physiologisch eher auf den Inhalt als auf sprachliche Details. Bekanntermaßen ist das Gehirn nicht wirklich multitaskingfähig.

Beim Geschäftsessen wird aus dem „bloody steak“ dann schnell ein „verdammtes Steak“. Fatal sind gerade bei neuen Geschäftspartnern alle false friends, die unbeabsichtigt in sexuelle, politische oder religiöse Bereiche abdriften.

Zusätzliche Probleme ergeben sich, wenn Mitarbeitern die jeweiligen Unterschiede zwischen British- und American English nicht geläufig sind. So bedeutet das Wort „Gummi“ auf British-Englisch „rubber“, auf US-English ist „rubber“ dagegen ein Kondom. Im Büro wird dann schnell aus „Bitte gib´ mir den Gummi“ versehentlich „Bitte gib´ mir das Kondom“. Gerade US-Amerikaner mögen dies aufgrund ihrer niedrigen „Prüdheits-Tolerenzgrenze“ nicht so sehr. In der Kollege-Kollegin-Beziehung ist es in den USA noch problematischer.

Bezeichnend die Bemerkung: Nichts trennt die USA und Großbritannien mehr als die gemeinsame Sprache.

„Schulenglisch anno irgendwann“

 Die meisten Berufstätigen sind sprachlich auf dem Stand „Schulenglisch anno irgendwann“. Schule vermittelt naturgemäß Wissen. Die Fähigkeit, Englisch zu sprechen, steht dagegen leider nicht auf dem Lehrplan. Genau die Fähigkeit, die im Wirtschaftsleben immer wichtiger wird. Und so führen false friends weiterhin ein exotisches Eigenleben mit Peinlichkeitsfaktor.

Impfschutz dagegen:

  1. Handlungsbedarf erneut erkennen.
  2. Lösung (Training) nicht – wie bereits so oft – wieder aufschieben.
  3. Aktiv das Englischsprechen trainieren
  4. (statt erneut, wie in der Schule, zum 7. Mal die Theorie, lesen, schreiben aufzufrischen).

Kollege hilft.

Ob sprachliche Missgeschicke aufgedeckt und dem Kollegen die Chance gegeben wird, diese künftig zu vermeiden, hängt von vielen Faktoren ab. Gelebte Unternehmensphilosophie, Kollegialität, Teamfähigkeit, schlichtes Mitgefühl oder aber zur Vermeidung unangenehmer Situationen. Zum Beispiel, wenn dieser Kollege direkt daneben am Konferenztisch sitzt, in unregelmäßigen Abständen false friends versprüht und man endlich versteht, was das Wort Fremdschämen bedeutet.

Andere freuen sich über sprachliche Pannen ihrer Kollegen, erzählen diese gerne und oft weiter, mit und ohne Namensnennung, andere nutzen sie für ihre eigenen Ziele.

Unentdeckt durch kollektive Unwissenheit

Die meisten false friends genießen die kollektive Unwissenheit, bleiben den meisten Mitarbeitern völlig unbekannt und somit unentdeckt (Kollegen, die im englischsprachigen Ausland lebten und arbeiteten ausgenommen).

False friends laufen zur Hochform auf, sobald Mitarbeiter einen besonders „cool und gut klingenden Satz“ eines Kollegen mittels mündlichen „copy and paste“ kopieren. Sie multiplizieren diese Sprach-Viren im gesamten Unternehmen, mündlich wie schriftlich (Quality Management) zur Belustigung der englischsprachigen Geschäftspartner. Solange, bis sich jemand erbarmt und die Panne aufdeckt.

Die Hoffnung, dass von Sprachpannen keine Rückschlüsse auf die geschäftliche Kompetenz gezogen werden, stirbt dabei zuletzt. Die tatsächlichen Folgen variieren so von erheiternd über peinlich bis geschäftsschädigend.

Zwei mittlerweile „geduldete“ Beispiele Englisch klingender false friends, die sich verbreiteten und durchsetzten, sind in Deutschland das „Handy“ („handy“, engl. für „bequem, handlich, praktisch“) und „public viewing“ (engl. für „Ausstellung eines aufgebahrten Leichnams“).

Wie schätzen andere Menschen uns ein?

Aussehen, Stimme, Geruch und unsere Ausdrucksweise entscheiden innerhalb weniger Sekunden, welchen ersten Eindruck ein anderer Mensch von uns hat. Aber auch wenn wir bereits bekannt sind, werden wir immer wieder über unsere Ausdrucksweise eingeschätzt und eingestuft. Wir werden realistisch eingeschätzt aber auch über- und unterschätzt und wertgeschätzt.

Je rudimentärer wir uns ausdrücken, desto schwerer fällt es anderen Menschen, uns so einzuschätzen, wie wir tatsächlich sind. Sind wir hochqualifiziert, können wir dies aber nicht mitteilen, verpufft der Qualifikationsvorteil größtenteils.

Lernen wir einen hochqualifizierten Spezialisten kennen. wird er uns mit guten Sprachkenntnissen in unserer Muttersprache eher von seiner Qualifikation überzeugen als mit hakelig, fehlerhafter Sprache.

Dieser Effekt gilt jeweils in beide Richtungen, so dass der schlecht Englisch sprechende Bewerber entsprechend unqualifiziert wirkt, sobald er sich auf Englisch präsentiert.

Englisch sprechende Kollegen, Partner und Kunden stecken den false-friends-Nutzer, der meist grundsätzlich englischsprachlich untrainiert ist, in eine geistige Schublade. In dieselbe Schublade, in die wir Menschen projizieren, die schlecht Deutsch sprechen. Auch wenn sie sehr qualifiziert wären, würden wir es nicht erkennen, weil wir sie nur nach ihrer Sprache beurteilen.

Sprachlich inkompetent – fachlich inkompetent?

Was bewirken also solche Fehler? Selbst wenn Menschen wissen, dass dies nicht aus Absicht geschah, traut man solch unsicheren Personen mehr Fehler zu als anderen, die sich fehlerfrei verständigen.

Wirkt der Verursacher danach lächerlich? Sicher ist eins: Jeder Mensch ist grundsätzlich evolutionsbedingt darauf konditioniert, Neuigkeiten und Pannen sehr gerne weiter zu erzählen. Selbst wenn auch er denselben Fehler gemacht hätte. Der Mensch ist sensationshungrig, der eine mehr, der andere weniger. Er freut sich über die Fehler der anderen und teilt diese auch gerne anderen mit.

Zieht der Kollege oder Vorgesetzte mit mittelmäßiger Englisch-Sprechpraxis die Lacher auf seine Seite, wirkt sich dies in der Außenwirkung gegenüber Kunden und Partnern eher kompetenzmindernd aus. Meist hat eine Führungskraft nur die Sprache, um ihre Fähigkeiten darzustellen. Gelingt dies auf Englisch nicht, hebeln unter anderem false friends einen Teil der Anerkennung und Wertschätzung aus.

Je nach natürlich unbewusster Wahl der false-friends sabotiert man die eigene Kompetenz systematisch, gerade weil sie viel spektakulärer und wirkungsvoller sind als jeder andere sprachliche Fehler. Die Chancen mit false-friends als Comedian wahrgenommen zu werden sind höher als die des „kompetenten“ Geschäftspartners.

Dass es „falsche Freunde“ nicht nur in der englischen und in anderen Sprachen, sondern auch in der deutschen Sprache gibt, wissen alle, die Dialekte kennen. Auch hier gibt es dieselbe Gefahr. Ein Wort hat in verschiedenen Gegenden unterschiedliche Bedeutungen. Wörter, die den uns bekannten ähnlich sind, werden dann vorschnell in eine Bedeutungsschublade geschoben. Meist in die falsche.

Dialekte haben ihren Reiz und sind erhaltenswert. Mehrdeutige Begriffe, unbedacht gesprochen, sorgen mindestens für Missverständnisse und schlimmstenfalls für Probleme. Zwischenmenschliche oder geschäftliche.

Macht man sich dies bewusst, ist es einfach, diese Problemverursacher, die oft beim Gesprächspartner nur unterschwellig, unbewusst wirken, gar nicht erst entstehen zu lassen.

Geschickte und sich der Problematik bewusste Personen, fügen deutsche falsche Freunde ein und liefern die Auflösung scherzhaft hinzu, damit die Pointe des Begriffs erhalten bleibt, aber für den anderen dennoch erklärbar ist. Gefahr gebannt, da unangenehme Verwechslungen, die durchaus auch Beleidigungsformat haben, chancenlos bleiben. (Wir kennen dies unter „Bei uns in … sagt man …dazu!“).

Systematisches „Anti-False-Friends-Training“

  1. Viele false-friends kennen lernen. Eine große Auswahl finden Sie hier. https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_falscher_Freunde#Schweizer_Hochdeutsch
  2. Begriffe selektieren, die dem eigenen Sprachgebrauch entsprechen.
  3. Selektierte Wörter im persönlich üblichen Kontext in komplette Sätze einbinden.
  4. Die im Zusammenhang stehenden Wörter oder besser die ganzen Sätze laut, wirklich laut, sprechen. Die korrekte Variante setzt sich durch diese häufige Übung im Gedächtnis so fest, dass sie situativ und intuitiv spontan richtig abrufbar sind.

Werden die Sätze nicht aktiv und laut trainiert, geht das Gehirn wieder den Umweg, einzelne Wörter in einem Satz zu kombinieren. Dadurch haben unsere falschen Freunde erneut ihre Chance. Dies speziell in sprachlich stressigen Situationen, in denen das Gehirn zu wenig Zeit hat, intuitiv die richtige Variante abzurufen. Es reagiert intuitiv naheliegend und damit falsch, da die richtige Variante mangels Training nicht intuitiv abrufbar ist.

Haben Sie weitere Fragen zu dem Thema „Englisch sprechen im Vorstellungsgespräch“?

Gerne beantworte ich diese per E-Mail. Weitere Beiträge und Informationen zu „Vorstellungsgespräch-Simulation auf Englisch und Englisch-Training in einem“ (mit 4-fach-Nutzen/Wirkung ) lesen Sie hier: https://www.vorstellungsgespräch-auf-englisch.de

 

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Bewerber A!B!C 24. Der ‚optimale‘ Lebenslauf

Oft werde ich in meinen Gesprächen gefragt, wie denn der optimale Lebenslauf aussieht. Nun ja, gradlinig sollte er sein und zur Stelle passen. Allerdings ist ein Lebenslauf kein Wunschkonzert sondern die Darstellung Ihres bisher gelebten (beruflichen) Lebens.

Wie Sie diesen darstellen, welches Format Sie wählen, bleibt Ihnen überlassen. Pauschal lässt sich die Frage keinesfalls beantworten. Es kommt immer auf den Bewerber und die Stelle an. Oft empfehle ich auch mehr als ein Lebenslaufformat zu entwickeln, um je nach Stelle die Bewerbung anders zu gewichten. Sie dürfen weglassen und auch die Betonung durch Positionierung an oberer Stelle ändern, hinzuerfinden, dürfen Sie nicht. Alles was im Lebenslauf steht haben Sie auch gemacht.

Jüngste Beispiele (Sommer 2016) aus dem Leben einer Politikerin im Bundestag, die Abitur und Studium in den Lebenslauf gedichtet hat, zeigen, was passieren kann, wenn man auffliegt. Von strafrechtlichen Konsequenzen oder Zivilprozess und Schadensersatz mal abgesehen.

In Bewerber A!B!C 4. Mein Lebenslauf habe ich die äußere Form eingehend beschrieben.

Was ist also wichtig?

Keine Lücken, keine zu häufigen Wechsel, eine erkennbare Linie, früh Führungserfahrung auch außerhalb von Schule und Beruf z.B. im Ehrenamt sammeln, wenn Sie in eine Führungsposition wollen. Gute Zeugnisse in Schule, Ausbildung, Studium und Beruf sind ebenfalls wichtig.

Der Lebenslauf ist im Bewerbungsprozess der Türöffner. Nicht mehr und nicht weniger. Wenn Sie mit dem Lebenslauf und Ihrem Anschreiben den Weg ins Gespräch geschafft haben, zählt ab sofort Ihr persönlicher Auftritt.

Es ist also vorteilhaft zu wissen, wer denn als erstes Ihren Lebenslauf liest und ihn an wen weiterreicht. Was nahezu unmöglich ist, wenn es nicht im Stellenprofil oder auf der Karriere-Website des Unternehmens steht. In der Regel liest/öffnet zunächst ein beruflich unerfahrener Mitarbeiter die Post und leitet diese weiter. Haben Sie Personalleitung oder Geschäftsführung direkt angeschrieben wird es wohl deren Sekretariat lesen.

Haben Sie den richtigen Ansprechpartner ermitteln können und finden Sie diesen in sozialen Netzwerken wie XING oder LinkedIn, möglicherweise können Sie sich ein erstes Bild machen und mehr über sie bzw. ihn erfahren.

Hilft das wirklich? – Nun ja, es schadet erstmal nichts. Eventuell finden Sie Gemeinsamkeiten in Herkunft, Interessen, Berufsweg oder haben sogar gemeinsame Kontakte und Hobbies. Alles interessant für die weitere Kommunikation. Wie er/sie den eigenen Lebensweg dargestellt hat, könnte ein Ansatzpunkt für Ihren Lebenslauf sein. Letztendlich entscheidet, ob das, was Sie mitbringen zu den Anforderungen, die in der Stelle beschrieben wurde, passen.

Eine weitere Möglichkeit besteht auch darin den Ansprechpartner zu kontaktieren und zu fragen, wie der Lebenslaug aussehen soll. Kurz oder ausführlich, chronologisch oder umgekehrt (CV).

Etwas „Fleisch am Knochen“, also nicht nur nackte Jahreszahlen, Stellen und Firmen auflisten sondern ein bisschen über die Tätigkeiten und Verantwortungsbereiche schreiben, ist wichtig. Etwas Persönliches zu Ihnen rundet das ganze ab. Schließlich arbeiten Menschen mit Menschen zusammen und möchten vorher etwas übereinander erfahren.

Von professionellen Lebenslauf-Schreibern bin ich nicht begeistert. Nicht Sie stellen sich dar, sondern lassen sich darstellen. Sie lassen sich ja auch nicht Ihren Tanzpartner vom besten Freund aussuchen.

Noch Fragen zum ‚optimalen‘ Lebenslauf? Bitte melden Sie sich bei mir. Weitere Fragen beantworte ich gerne auf Zuschrift und nehme diese gegebenenfalls auch anonymisiert hier auf. Ihre Fragen können Sie mir per Email an christof.wirtz@abc.jetzt zu senden. Alle Daten werden vertraulich behandelt. Bis nächste Woche, wenn es um die Karriereplanung geht.

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Bewerber A!B!C 23. Die Absage, die Kündigung

Sie haben sich für eine andere Option entschieden und wollen kündigen bzw. haben noch weitere Bewerbungen bei anderen Unternehmen und/oder Personalberatern offen.

Meine Bitte an dieser Stelle. Sobald Sie den neuen Vertrag unterzeichnet haben und er Ihnen unterzeichnet zurückgesendet wurde, informieren Sie alle Personen bei denen Sie sich beworben haben und im Gespräch sind. Insbesondere da, wo in nächster Zeit Termine anstehen. Nicht hingehen ohne abzusagen ist nicht nur unprofessionell und unhöflich. Stellen Sie sich vor, dass Sie auf der anderen Seite sind bzw. als Bewerber deswegen so lange warten müssen, weil es kein Feedback gibt.

Die Kündigung hat in der Regel schriftlich zu erfolgen und muss bis zum Stichtag (Kündigungsfrist beachten) beim Arbeitgeber eingegangen sein. Rechnen Sie 1-2 Tage für den Postversand als Puffer hinzu. Sie können die Kündigung auch persönlich abgeben oder per Einschreiben mit Rückschein aufgeben. Bei Fragen zu diesem Thema kann ein Fachanwalt für Arbeitsrecht wertvolle Hinweise geben und Sie im individuellen Fall beraten.

Eine lediglich mündlich ausgesprochene Kündigung ist in vielen Fällen nicht wirksam. Auch sollten Sie es vermeiden mit der Kündigung oder in deren Anschluss es dem alten Arbeitgeber jetzt mal ‚richtig zu zeigen‘. Verhalten Sie sich weiterhin professionell, immerhin haben Sie ja noch ein Arbeitszeugnis zu erwarten und möchten sich dieses nicht mit ungebührlichem Verhalten in den letzten Tagen ruinieren.

In einigen Unternehmen werden die Mitarbeiter, insbesondere im Vertrieb, oft auch in Führungspositionen, mit der Kündigung freigestellt. Einen Anspruch darauf gibt es in der Regel nicht. Auch eine Verkürzung der Kündigungsfrist ist immer mit dem alten Arbeitgeber zu verhandeln. Auch hier besteht kein Anspruch.

Das Kündigungsschreiben bedarf im Allgemeinen keiner besonderen Form. Es muss nur schriftlich eingehen. Meines Wissens genügt eine Kündigung per E-Mail nicht.

Noch Fragen zu Absage und Kündigung? Bitte melden Sie sich bei mir. Weitere Fragen beantworte ich gerne auf Zuschrift und nehme diese gegebenenfalls auch anonymisiert hier auf. Ihre Fragen können Sie mir per Email an christof.wirtz@abc.jetzt zu senden. Alle Daten werden vertraulich behandelt. Bis nächste Woche, wenn es um den optimalen Lebenslauf geht.

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Bewerber-A!B!C 22. Mitarbeitergespräche, Bewerbung on-the-job

Die Mitarbeitergespräche habe ich in der letzten Folge vor der Sommerpause schon kurz angesprochen. Es gibt den Jour-Fixe, das regelmäßige Mitarbeiterbeurteilungsgespräch und die außerordentlichen Mitarbeitergespräche.

Der Jour-Fixe ist ein Termin zur Abstimmung der operativen Arbeiten im kurzfristigen Zeitrahmen, meist eine Woche davor sowie die kommende Woche. Manchmal ist dieser Termin auch im 14 tägigen oder Monatsrhythmus.

Sind Sie Führungskraft haben Sie meistens einen Termin mit Ihrem Vorgesetzten, einen Termin mit Ihrem Vorgesetzten und Ihren direkten Kollegen auf einer Ebene zusammen sowie mit Ihren Mitarbeitern alleine und einzeln. Sie sollten vorab über Ihre Themen informieren und die einzelnen Treffen so kurz wie möglich halten und nur relevante Dinge besprechen. Nichts ist schlimmer, wie ein Abteilungstermin mit allen, in dem dann klein/klein Punkte besprochen werden, die den größten Teil der Gruppe nicht betreffen.

Die Ergebnisse sollten für alle Beteiligten zugänglichen Ort in Form eines reinen Ergebnisprotokolls abgelegt und einsehbar sein.

Das regelmäßige Mitarbeiterbeurteilungsgespräch findet bei den meisten Unternehmen einmal im Jahr statt und wird oft auch mit einer ‚Gehaltsrunde‘ verknüpft. Es gibt einige Unternehmen, bei denen es quartalweise oder halbjährlich stattfindet, Andere Unternehmen verzichten völlig darauf und nutzen andere Feedback Formen.

Hier wird der vorangegangene Zeitraum betrachtet. Was wurde vereinbart, was wurde erreicht, wo gibt es Verbesserungs- und Weiterentwicklungsmöglichkeiten. Nicht alle Unternehmen nutzen schon die Form, in der auch der Mitarbeiter seinen Vorgesetzten beurteilen kann, in der Regel gibt es aber immer eine Möglichkeit, dass auch Sie Ihr Feedback einbringen.

Die Beurteilung selber fällt in Prosaform aus oder es wird anhand einer Liste die für das jeweilige Unternehmen wichtigen Punkte beurteilt. Auch bei der Form der Beurteilung (Schulnoten oder andere Systeme) gibt es keine allgemeingültigen Vorgaben. Richtig interessant wird es auch erst ab der zweiten Beurteilung, die dann auf der ersten aufbaut und ab der Veränderungsprozesse sichtbar werden. Nehmen Sie sich die Zeit sich Ihre Beurteilung von Ihrem Vorgesetzten erläutern zu lassen und versuchen Sie das Beurteilungssystem, welches sehr individuell sein kann, zu verstehen. Es gibt hier zahlreiche Stolperfallen. Oft wird zum Ende des Gesprächs eine Vereinbarung getroffen, die Verbesserungen des Mitarbeiters in einzelnen Punkten und/oder Weiterbildungsmöglichkeiten vorsieht.

Die ‚Bewerbung-on-the-job‘ ist eine Bewerbung im eignen Haus auf eine ausgeschrieben Stelle. Aus meiner Sicht wird da noch zu wenig von Gebrauch gemacht, oft traut man den eignen Mitarbeitern nicht so viel zu, wie die zu leisten gewillt sind. Auch sollten Sie vorsichtig sein und Ihre ‚Bewerbungsabsicht‘ mit ihrem jetzigen Abteilungsleiter oder zu mindestens der Personalabteilung mal vorher zu besprechen. Ein Fehlversuch hinterlässt auch bei Ihrem jetzigen Vorgesetzten einen gewissen faden Geschmack. „Der wollte ja weg, warum soll ich den jetzt noch intern befördern?“ mag dabei der eine oder andere denken. Ansonsten ist diese Art der Bewerbung sehr gut geeignet die eigenen Mitarbeiter weiter zu entwickeln und Perspektiven zu bieten. Kaum ein externer Bewerber wird das Unternehmen und die Kollegen schon so gut kennen, wie der eigene Mitarbeiter. Nicht zu unterschätzen ist die Situation, in der aus einem Kollegen ein Vorgesetzter wird. Beide Seiten müssen sich erst in der neuen Rolle einfinden. Ein gewisser Neidfaktor ist kaum zu vermeiden, der neue Chef sollte seinen alten Kollegen auch nicht zu ‚großkopfert‘ gegenüber auftreten.

Noch Fragen zu den Mitarbeitergesprächen oder der ‚Bewerbung-on-the-job‘? Bitte melden Sie sich bei mir. Weitere Fragen beantworte ich gerne auf Zuschrift und nehme diese gegebenenfalls auch anonymisiert hier auf. Ihre Fragen können Sie mir per Email an christof.wirtz@abc.jetzt zu senden. Alle Daten werden vertraulich behandelt. Bis nächste Woche, wenn es um die Absage und die Kündigung geht.

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Bewerber A!B!C 21. Der erste Tag, die Probezeit

In der Regel vergehen zwischen 14 Tage und 6 Monate, bis nach der Vertragsunterschrift der erste Arbeitstag beim neuen Arbeitgeber ansteht.

Nutzen Sie diese Zeit!

Verbessern Sie Ihre Sprachkenntnisse, erweitern Sie Ihre Fähigkeiten, bereiten Sie sich auf neue fachliche Inhalte vor, bevor es losgeht. Wenn Sie im Rahmen von Veranstaltungen, Messen oder Firmenfeiern die neuen Kollegen kennen lernen können, nutzen Sie auch diese Chance.

Versuchen Sie Abstand zu Ihrem alten Arbeitgeber zu finden. Nehmen Sie sich bitte vor, nicht den ersten Tag mit dem „Also bei uns haben wir das anders gemacht.“ anzufangen.

„Bei uns“ ist ab jetzt ihr neuer Arbeitgeber! Nehmen Sie sich Zeit und lernen Sie Kollegen, Prozesse und fachliche Anforderungen gründlich kennen. Seien Sie behutsam mit den neuen Kollegen. Nicht jeder, der freundlich zu Ihnen ist, bleibt es und nicht alle, die eher kurz angebunden wirken, sind gegen Sie. Natürlich sind die meisten, die zu Ihnen freundlich sind, im weiteren Verlauf freundlich. Geben Sie sich nicht zu zugeknöpft und nicht zu offen. Das ‚Du‘ am ersten Tag sollte vorsichtig angebracht werden und am besten nicht von Ihnen, sondern vom neuen Kollegen kommen.

Nicht nur auf Weihnachts- und sonstigen Betriebsfeiern ist der Genuss von Alkohol ein zweiseitiges Schwert. Lieber zurückhaltend, als zu viel und voll. Das gilt schon für die ersten geselligen Abende mit Ihren neuen Kollegen zum ‚Feierabendbier‘.

Hat Ihr neuer Arbeitgeber ein ‚Patensystem‘? Wenn nein, suchen Sie sich einen erfahrenen Kollegen, der Ihnen sympathisch erscheint und versuchen Sie, mit ihm die ersten Tage und Wochen im Kontakt zu bleiben. Es gibt überall unausgesprochene Gesetze, was das Miteinander und das Untereinander angeht.

Die Kaffeeküche kann ein guter Ort für Kontakte sein, ebenso das mittägliche gemeinsame Essen. Egal, ob in der Kantine oder im Imbiss nebenan. Wird gemeinsam eine Pizza bestellt, können Sie hier Kontakte knüpfen und ins Gespräch kommen.

Genauso wichtig ist für Sie die Einarbeitungszeit in neue Technologien. Eventuell haben Sie hier die Gelegenheit, mit weiteren neuen Kollegen Gemeinsamkeiten zu entdecken oder erfahrenere Kollegen bei der Schulung zu beobachten.

Halten Sie engen Kontakt zu Ihrer Führungskraft. Berichten Sie von Ihren ersten Eindrücken und warten Sie mit Verbesserungsvorschlägen ab, bis Sie ein paar Wochen dort gearbeitet haben und angekommen sind.

Sinnvoll ist es, einen Jour-Fixe mit Ihrem Vorgesetzten zu vereinbaren. Ein festes Datum, an dem in einer halben Stunde die letzte Woche und die kommende Woche besprochen werden.

Irgendwann zum Ende der Probezeit sollte es ein etwas längeres und ausführlicheres Feedbackgespräch mit Ihrem Vorgesetzten geben, das später in ein jährliches bis quartalweises Mitarbeitergespräch mündet.

Was ist, wenn Sie gleich zu Anfang Probleme entdecken, die Kommunikation nicht stimmt oder ähnliches? Fragen Sie sich erst mal, ob es ein Missverständnis sein könnte. Nehmen Sie Kontakt zu Ihrem Personalberater (falls Sie vermittelt wurden) auf. Auch dieser kann Ihnen bestimmt weiterhelfen. Sprechen Sie Unklarheiten offen an und fordern Sie Feedback vom neuen Chef und den neuen Kollegen ein. Aber bitte nicht zweimal am Tag!

Eine Kündigung in der Probezeit ist in jedem Fall zu vermeiden und darf nur die absolute Notbremse sein. Auch wenn Sie kündigen, bleibt bei der Kündigung während der Probezeit viel bei Ihnen hängen, was in der Folge Ihren Lebenslauf ‚belastet‘. Sie haben in Bewerbungssituationen der folgenden Jahre immer wieder diese Kündigung zu erläutern.

Noch Fragen zum ersten Tag und der Probezeit? Bitte melden Sie sich bei mir. Weitere Fragen beantworte ich gerne auf Zuschrift und nehme diese gegebenenfalls auch anonymisiert hier auf. Ihre Fragen können Sie mir per Email an christof.wirtz@abcgroup.de zu senden. Alle Daten werden vertraulich behandelt.

Das Team vom Bewerber A!B!C geht in die Sommerpause. Im September melden wir uns wieder und bedanken uns ganz herzlich für mittlerweile weit über 2.000 Leserinnen und Leser unseres Blogs. Auf Facebook, LinkedIn und WordPress. Ab sofort sind wir auch auf www.bewerber-abc.de erreichbar.

Bis in 8 Wochen, wenn es um Mitarbeitergespräche und die ‚Bewerbung-on-the-job‘ geht. Wir freuen uns auf Ihre Fragen.

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#Probezeit #Bewerbung #BewerberA!B!C #bewerberabc #bewerber-abc

 

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Bewerber A!B!C 20. Die Vertragsverhandlung

Es ist soweit. Alles lief gut, beide Seiten sind zufrieden und Sie erhalten vor Ort, per Post oder per Email einen Vertragsentwurf vorgelegt.

Arbeiten sie diesen gut durch, notieren Sie sich Ihre Fragen oder markieren Besonderheiten. Sprechen Sie diesen ggf. mit einem Fachanwalt für Arbeitsrecht durch, wenn Ihnen rechtliche Aspekte unklar sind.

Handelt es sich um einen Konzern oder ein tarifgebundenes Unternehmen, besteht oft wenig Spielraum einzelnen § zu ändern. Sollte es sich um einen Dienstvertrag für Geschäftsführer handeln, ist eine Beratung mit einem entsprechenden Fachanwalt unerlässlich aus meiner Sicht.

Welche Punkte sind zu verhandeln? Gehalt, Vergünstigungen, Reisekosten, Firmenwagen, Handynutzung, private Internetnutzung, Arbeitszeiten, usw.

Auf keinen Fall sollten Sie versuchen Punkte aus den ersten Gesprächen, bei denen beide Seiten sich einig waren nachzuverhandeln. Wenn Sie sich auf einen Betrag für Ihr Gehalt festgelegt haben, sollte an dieser Stelle nicht nach einem höheren Gehalt gefragt werden.

Auch die Verhandlungen über KFZ-Marke und Ausstattung oder Laptop und Handy Marke gehören hier nicht hin. Es kann nach wie vor dazu führen, dass es nicht zu einem positiven Abschluss kommen wird.

Planen Sie Ihre Verhandlungsstrategie im Voraus und nicht erst im Gespräch! Sollten Sie zu einer Unterschrift gedrängt werden oder man verweigert Ihnen die übliche Bedenkzeit, ist es fraglich ob das das Richtige für Sie ist. „Eine Nacht drüber schlafen.“ Sollte auf jeden Fall drin sein.

Beim Starttermin wünschen sich viele Unternehmen, insbesondere bei langen Kündigungszeiten, dass Sie früher anfangen können. Am besten optionieren Sie das im Vertrag mit einem „Start zum 1.11. oder früher, in Abstimmung nach Kündigung beim jetzigen Arbeitgeber.“ Könnte z.B. eine Formulierung lauten. Auf jeden Fall kündigen Sie erst, wenn Ihr neuer Arbeitgeber den Vertrag verbindlich unterschrieben und Ihnen zugestellt hat.

Ziehen Sie für den neuen Job um? Evtl. ist es sinnvoll statt einem höheren Gehalt nach einer Unterstützung bei Wohnungssuche, Umzug oder einer befristeten, vom Arbeitgeber gestellten Unterkunft, zu bitten.

Eine weitere Verhandlung sollten Sie in jedem Fall mit berücksichtigen. Es ist Ihre Kündigung beim ‚alten‘ Arbeitgeber. Nicht selten habe ich erlebt, dass der Kandidat durch Verbesserungen dazu gelockt wurde nicht zu kündigen und zu bleiben. Was dann zur Folge hat, dass Sie Ihrem neuen Arbeitgeber ‚kündigen‘ müssen, bevor Sie dort angefangen haben. In einigen Fällen versuchen Arbeitgeber dieses zu verhindern bzw. zu erschweren, indem eine Kündigung vor Arbeitsantritt ausgeschlossen wird bzw. Pönalen für diesen Fall vereinbart werden. Bitte informieren Sie sich gründlich bei einem Fachanwalt für Arbeitsrecht, in welchem Umfang solche Vereinbarungen gültig sind.

Ich rate davon ab, mit dem neuen Vertrag eine Verbesserung beim alten Arbeitgeber zu erwirken. Es hatte einen Grund, weswegen Sie dort weg wollten. Sind alle diese Gründe auf einmal nicht mehr da? Nicht selten habe ich es erlebt, dass es nachher nicht besser wurde. Es war zwar etwas mehr Geld am Ende des Monats auf dem Konto, die Unzufriedenheit über die anderen Gründe, die zur Kündigung geführt haben, kamen wieder, blieben bestehen oder wurden gar schlimmer.

Haben Sie sich einmal entschieden, gehen Sie Ihren Weg weiter und verzagen Sie nicht nach vorne zu schauen. Es mag immer Ausnahmen geben, diese sind im Einzelfall sehr sorgfältig zu prüfen. Am allerbesten bevor Sie sich die Arbeit und Mühe machen sich zu bewerben und sich mit Ihrer Unterschrift für einen neuen Vertrag zu entscheiden.

Noch Fragen zu den Vertragsverhandlungen? Bitte melden Sie sich bei mir. Weitere Fragen beantworte ich gerne auf Zuschrift und nehme diese gegebenenfalls auch anonymisiert hier auf. Ihre Fragen können Sie mir per Email an christof.wirtz@abcgroup.de zu senden. Alle Daten werden vertraulich behandelt. Bis nächste Woche, wenn es um den ersten Tag im neuen Job und die Probezeit geht.

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#Arbeitsvertrag #Anstellungsvertrag #Bewerbung #Verhandlungsgespräch #Einstellungsgespräch

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Bewerber A!B!C 19. Probearbeiten

In einem Interview auf www.Wirtschaft-verstehen.de wurde ich im Mai gefragt „Wie normal sind Probearbeitstage?“

Meine Antwort: „Aus meiner Sicht noch nicht normal genug. Beide Seiten können sich viel intensiver und ungezwungener ‚beschnuppern‘ als in einem 2 x 1,5-stündigen Bewerbungsgespräch. Alle Unternehmen mit denen ich zusammenarbeite, die Schnuppertage anbieten, haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht.“

Es ist eine Investition von Zeit die beide Seiten einbringen, was auf ein starkes Interesse von beiden hindeutet, dass sie es ernst meinen und gewillt sind, den nächsten Schritt, die Einstellung, zu gehen.

Üblich ist eine Dauer von zwei bis acht Stunden. Mehrtägige Probearbeitszeiten halte ich nicht für sinnvoll, schließlich gibt es ja auch noch die Probezeit.

Neben den Probearbeiten im Unternehmen vor Ort, gibt es besonders im Bereich der Softwareentwicklung auch die Form, dass dem Bewerber eine Aufgabe gestellt wird, die innerhalb einer bestimmten Zeit fertig zu stellen und abzugeben ist. Meist sind es kleiner Programmieraufgaben oder Fehlersuchen. In einem vorgegeben Quellcode.

Während in der ‚offline‘ Variante lediglich ihr Können unter Beweis zu stellen ist, sind es beim dem Vor-Ort-Probearbeiten insbesondere auch die neuen Kollegen, die Sie kennen lernen können und die Sie kennen lernen. Passt er/sie ins Team, wie gibt er/sie sich und was hinterlässt er für einen Eindruck auf die Teamführung.

Sie können zudem einen Eindruck vom Umgang miteinander am neuen Arbeitsplatz kennen lernen und Ihren Wohlfühlfaktor bestimmen.

Die Stolperfallen gibt es auch hier. Wie sattelfest sind die von Ihnen in den vorhergehenden Gesprächen angegebenen fachlichen Kenntnisse denn in der Praxis. Handelt es sich um eine handwerkliche Aufgabe wird auch geprüft, wie gut Sie selbiges verstehen und anwenden können.

Fühlen Sie sich nicht zu sicher, dass alles klappt! Waren Sie in den ersten Begegnungen offen, freundlich und kommunikativ und zeigen jetzt ein anderes Bild oder wirken gar auf vermeintlich Untergebene geringschätzig, kann es auch nach einem Probearbeitstag für Sie zur Nichteinstellung führen.

Wichtig in Führungspositionen sind zudem die Eindrücke Ihrer zukünftigen Mitarbeiter und der Kollegen auf der gleichen Ebene. Hier muss die Chemie stimmen, allerdings sollten sich nicht zu kollegial sein. Achten Sie vor allem auf den Umgangston Ihrer ‚Ebene‘ auf die Mitarbeiter in den jeweiligen Abteilungen und Bereichen. Wie wird hier geführt, wie geht man miteinander um, wie läuft das Reporting. Es wird wahrscheinlich nicht genügend Zeit bleiben, um informelle Kanäle zu entdecken, das kommt dann eher in der Probezeit. Augen und Ohren offen halten, Fragen stellen und sich im direkten Anschluss Ihre Eindrücke notieren, ist sinnvoll.

Meist setzt man sich in der Entscheiderrunde am Ende des Probearbeitens zusammen, um Sie nach Ihren Eindrücken zu fragen. Bereiten Sie auch Ihrerseits Fragen für diesen abschließenden Teil vor.

Wenn alles passt und auf beiden Seiten keine Fragen offen bleiben, kommt es zu den Vertragsentwürfen und –verhandlungen. Es kann durchaus sein, dass im direkten Anschluss an das Probearbeiten mit Ihnen ein solcher Entwurf besprochen oder verhandelt wird.

Noch Fragen zum Probearbeiten? Bitte melden Sie sich bei mir. Weitere Fragen beantworte ich gerne auf Zuschrift und nehme diese gegebenenfalls auch anonymisiert hier auf. Ihre Fragen können Sie mir per Email an christof.wirtz@abcgroup.de zu senden. Alle Daten werden vertraulich behandelt. Bis nächste Woche, wenn es um die Vertragsverhandlungen geht.

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#Probearbeit #Bewerbung #Jobwechsel